Die drei Sportarten, die heute in Europa die höchsten Einschaltquoten erreichen, sind Fußball, Formel 1 und Tennis. In den USA sind es Football, Nascar und Poker. Während man bei den ersten beiden Plätzen eine offensichtliche Übereinstimmung erkennen kann, ist der dritte Platz in den Vereinigten Staaten auf den ersten Blick eine Überraschung.
Die Dominanz von Football ist eindeutig. Der letzte Super Bowl erreichte die höchste je gemessene Einschaltquote der Vereinigten Staaten. Tennis war jahrelang in den Top 3 der Beliebtheitsskala, aber zurzeit haben die Amerikaner eben weder einen Roger Federer noch einen Rafael Nadal.
Der Siegeszug von Poker im Fernsehen begann mit der Erfindung der so genannten Hole-Card-Kamera, die Einsicht in die Karten der Spieler ermöglichte, sowie mit dem Gewinn der Poker-WM durch den unbekannten Hobbyspieler Chris Moneymaker im Jahr 2003.
Seitdem haben auch zahlreiche Sportler das Spielfeld gewechselt und messen sich nun in dem strategisch komplexen Kartenspiel. Darunter sind nicht nur deutsche Pokerspieler wie Boris Becker, der hauptsächlich als Werbefigur angeheuert wurde, sondern auch Spieler wie der ehemalige Basketballprofi Michael Skender, der im Juli 2010 bester Deutscher bei der inoffiziellen Poker-WM in Las Vegas war (Platz 30 von 7319), Ex-Fußballprofis wie Thomas Helmer oder Formale-1-Fahrer wie Jaime Alguesari.
Dank der größeren Akzeptanz von Poker in den USA ist die Zahl der Sportler im Pokerzirkus dort allerdings ungleich größer. Während in Deutschland noch kein Footballspieler am Pokertisch auf sich aufmerksam machen konnte, ist der Amerikaner T.J. Cloutier in seinem Heimatland eine lebende Legende. Der heute 70-Jährige spielte in der Canadian Football League für Toronto und Montreal und wurde in den 1980er und 90er Jahren zweimal Zweiter bei der Poker-WM in Las Vegas.
Bei den Nachbarn in Österreich ist man Poker gegenüber ebenfalls toleranter als in Deutschland. Dort wo die beste poker Seite vom Staat geführt wird, ist der Übergang zwischen Football und Poker bereits
geglückt: Die Wiener Lokalrivalen Raiffeisen Vikings und Danube Dragons messen sich zunächst auf dem Rasen, bevor eine Woche später der „Blue River Poker Bowl“ ausgespielt wird. Disziplin: Texas Hold’em.
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